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  • Tobi

Holzofen selbstgebaut. Ein nützliches Unikat für's Wohnmobil

Ein Holzofen im Wohnmobil ist für uns ein echter Luxus. Die warme, wohltuende Atmosphäre und nicht zuletzt das leise Knistern des Ofens empfinden wir als sehr angenehm. Auch wenn wir nicht ausschliesslich mit Holz heizen, ist der Holzofen ein gutes Backup, sollte die Diesel-Standheizung plötzlich mal den Geist aufgeben. Denn ein Holzofen funktioniert aufgrund seiner simplen Technik einfach immer.


Meine Erfahrungen mit dem Cubic Mini Holzofen aus Kanada, dem wohl bekanntesten und schönsten seiner Art.


Im Wohnmobil sollte man darauf achten einen möglichst kleinen Ofen einzubauen, denn der Raum ist sehr klein und dadurch auch sehr schnell warm.

Als ich meinen Steyr ausbaute, entschied ich mich für den mittlerweile sehr bekannten

"Cubic-mini" aus Kanada. Dieser Ofen funktioniert super, ist sehr schön anzusehen und man findet sämtliche passende Zubehör-Teile wie Ofenrohre, Dachdurchführung, Besteck, Bürsten, etc. direkt auf der Website des Herstellers. Man kann den Ofen sogar an die Wand hängen, was ich so bei fast keinem anderen Hersteller gesehen habe.


Die Sache hat nur einen Haken: Das Zeug ist im Endeffekt verdammt teuer!

Ich habe Gesamthaft mehr als 1300 Franken bezahlt (inkl. Versand und Verzollung). Klar ich hätte mir für 450 kanadische Dollar (exkl. Versand u. Zoll wohlgemerkt) nur den Ofen bestellen können, mir ein paar Hitzeschutzbleche selber biegen und die Ofenrohre, Regenhaube und Dachdurchführung irgendwie auf Amazon zusammensuchen können. Aber eines der grössten Probleme für mich war, dass der Hersteller den Ofen für 3 Zoll grosse Rohre baut und die findet man in Europa nur schwer und erst recht nicht in doppelwandiger Edelstahl Ausführung. Ausserdem hatte ich keine Lust auf Gebastel und entschloss mich deshalb alle Teile direkt aus Kanada zu bestellen. Neulich habe ich gehört, dass der Ofen mittlerweile nicht mal mehr nach Deutschland geliefert wird, da er kein CE-Prüfzeichen besitzt. Eventuell ist das aber nur vorübergehend so.


Trotz der hohen Kosten und der Sondergrössen-Problematik bin ich nach wie vor von dem Ofen überzeugt. Denn er funktioniert, wenn er denn erst einmal eingebaut ist, einfach einwandfrei. Trotzdem Habe ich noch eine Kleinigkeit auszusetzen. Und zwar kann man auf dem kanadischen "Cubic-Mini" nicht kochen. Naja, eine kleine Kaffeekanne passt da ev. noch drauf, aber Nudeln kochen geht auf keinen Fall.


Aufgrund der oben genannten Erfahrungen und weil ich des öfteren den Leuten um mich herum helfe Ihre Reisemobile zu bauen, beschloss ich selber einen kleinen Holzofen zu schweissen.


Er sollte folgende Kriterien erfüllen:


- 80mm Ofenrohr, DIN Standardgrösse für Pelletöfen, günstig u. leicht zu bekommen

- das Ofenrohr wird etwas nach hinten versetzt

- dadurch genug Platz für eine 8mm dicke Herdplatte auf der man wirklich kochen kann

- zusätzliche Warmluftzuführung für eine optimale Verbrennung

- Zwischenblech, damit die Flammen nicht direkt ins Rohr schlagen

- Sichtfenster in der Ofentür, denn erst dadurch wird es so richtig gemütlich

- handgemachtes Unikat, keine Standardware

- Nuten für 6mm Standard Ofentürdichtung, gut, günstig und leicht zu bekommen

- doppelwandiges Blech im Brennraum um ein Glühen des Ofens zu vermeiden

- hochwertiges Ofenglas, selbstreinigend

- trotzdem insgesamt kostengünstig


Und so baute ich auf Basis eines alten 12kg Feuerlöschers diesen Prototyp:





Ausgiebige Tests ergaben, dass meine Eigenkreation sicher ist und hervorragend funktioniert. Das Nudelwasser kocht innerhalb von 5 Minuten. Das doppelwandige Blech im Inneren des Ofens verhindert, dass der Ofen anfängt zu glühen und speichert zusammen mit der 8mm Herdplatte die Wärme. Die zusätzliche Warmluftzuführung ermöglicht eine sehr gute Verbrennung des Holzes, wodurch man die Asche vor der nächsten Benutzung nicht entnehmen muss. Lediglich die ersten paar Zentimeter über dem Ofenboden sind mit Asche bedeckt, was sehr gut ist, da durch die lockere Ascheschicht der Ofen gut Luft bekommt. Mit seinen 11kg (ohne Rohr) hat er genug Speichermasse und ist dennoch relativ leicht. Optimal für den Einbau in ein Reisemobil.

Ich bin sehr zufrieden!


Aufgrund dieser positiven Erfahrung, habe ich mich dazu entschlossen eine kleine Menge dieser Unikate zu produzieren.


Die Beschaffung der Materialien ist relativ leicht und kostengünstig.

Aber die Sache hat wie immer einen Haken: Handarbeit braucht Zeit, vor allem bei handgefertigten Unikaten. Alleine die Tür besteht aus 16 Blechteilen die ich mühsam mit dem Winkelschleifer von Hand ausgeschnitten habe. Mit Verschweissen und anschliessendem Verschleifen, sowie Einpassen von Hand, fliessen etwa 6-7 Arbeitsstunden alleine in das Türchen. Das bedeutet für mich fast einen Arbeitstag. Deshalb werde ich wohl die Formteile für die Tür mit professionellem Laser-Schnitt anfertigen lassen, um Zeit zu sparen und eine optimale Passgenauigkeit zu erreichen. Den Rest des Ofens werde ich wie schon beim Prototyp von Hand fertigen.


Ich überlege die produzierten Ofenunikate nach und nach online zu stellen, ev. sogar in Form eines Online-Shops. Ebenfalls habe ich geplant passendes Schüreisen-Besteck herzustellen und passende Rohre und Dachdurchführungen zu besorgen. Nach Absprache könnte ich dann sogar einen Einbau-Service in Sempach im Kanton Luzern CH anbieten. Ich bin überzeugt, auch preislich eine gute Alternative zu den wenigen Holzofen Fabrikaten bieten zu können, die momentan für Reisemobile verfügbar sind.


Des weiteren besteht die Möglichkeit noch etwas kleinere Holzöfen für kleine Campingbusse wie den VW T3/4/5/6, Toyota Hi.-Ace oder sogar Geländewagen mit Aufbaukabine anzufertigen. Denn generell gilt in der Schweiz ein Holzofen im Wohnaufbau eines Wohnmobils als Ladung und ist somit, sofern ausreichend gesichert, völlig legal. Dies habe ich mit dem Strassenverkehrsamt Luzern abgeklärt. Die Strassenverkehrsämter halten sich an die VTS (Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge) Diese Verordnung gilt schweizweit.


Ich hoffe Dir hat mein kleiner Ofenbeitrag gefallen und ich konnte Dein Interesse wecken.

Eventuell wäre ja so ein süsser, kleiner Ofen auch etwas für Dich?


Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit.


Tobi








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